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Infodienst 02/2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

Deutschland hat sich zusammen mit den anderen EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungshilfe aufzuwenden. Von diesem Ziel sind wir jedoch mindestens ebenso weit entfernt, wie einige Entwicklungsländer von der Halbierung der Armut. Dies hat der UN-Millenniumsgipfel im September in New York erneut deutlich gemacht. 

Unsere Fachtagung am 13. September 2010 in Berlin hat gezeigt, dass das Bevölkerungswachstum gerade den afrikanischen Kontinent vor enorme Herausforderungen stellt. Ein Schlüsselbereich, in dem internationale Unterstützung hilft, ist die Bildung. Die DGVN fordert die Bundesregierung auf, ihre Entwicklungshilfezusagen einzuhalten. 

Dies und mehr lesen Sie in der zweiten Ausgabe unseres Infodienstes "Bevölkerung & Entwicklung" sowie im Internet unter www.menschliche-entwicklung-staerken.de.

Mit freundlichen Grüßen

Die Online-Redaktion

Bevölkerungsentwicklung verschärft Armut in Afrika

Foto: DGVNDie Bevölkerung Afrikas hat unlängst die Schwelle von einer Milliarde Menschen überschritten. Die Herausforderungen, vor denen Afrika heute und in Zukunft steht, diskutierten Expertinnen und Experten auf einer Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) am 13. September 2010 in Berlin. Dabei wurde deutlich, dass das Bevölkerungswachstum wesentliche Erfolge bei den Millenniums-Entwicklungszielen wieder zunichte machen könnte. Denn alle diese Ziele sind als prozentuale Ziele festgelegt. Bei wachsender Bevölkerung sind sie umso schwieriger zu erreichen.

Fotostrecke zur Veranstaltung

UN-Millenniums-Gipfel endet mit schwachem Ergebnis

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im Gespräch mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen JiabaoMit wenig konkreten Ergebnissen ging am 22. September 2010 der dreitägige UN-Millenniumsgipfel in New York zu Ende. Das Treffen diente zur Überprüfung der Millenniums-Entwicklungsziele nach 10 Jahren Engagement. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verbreitete zu Beginn des Treffens Optimismus: "Trotz der Hindernisse, trotz der Skepsis, trotz der schnell herannahenden Frist von 2015, die Millenniums-Entwicklungsziele sind erreichbar", so Ban in seiner Eröffnungsrede. Am Ende bezeichnete Ban Ki-moon den Gipfel als Erfolg: "Wir wissen, wo es fehlt. Aber diese Woche haben wir auch einen Katalog des Erfolgs gehört." Doch auch er appellierte an die Staatengemeinschaft, dass "die Uhr tickt und noch viel mehr zu tun ist".

Neue deutsche Bescheidenheit

"Ergebnisorientierte Finanzierungen an sich sind alles andere als neu; wer es anders darstellt, wirft mit Nebelkerzen, um eigene Unzulänglichkeiten, vor allem bei der Bereitstellung von Hilfsgeldern, zu verschleiern." ... 

...meint Thomas Nehls. Ein Kommentar zum UN-Gipfel über die Millenniums-Entwicklungsziele vom 20. bis 22. September 2010 in New York.

DGVN fordert die Bundesregierung auf, ihre Entwicklungshilfezusagen einzuhalten

"Nach Ansicht der DGVN darf die Staatengemeinschaft nicht in die klassischen Nord-Süd-Rollenmuster zurückzufallen. Wenn die Entwicklungsländer die Industrieländer an den Pranger stellen, weil diese weniger zahlen als versprochen und der Norden den Süden dafür rügt, dass seine Regierungen nicht genug gegen Inkompetenz und Korruption tun, ist die Entwicklungszusammenarbeit in einer Sackgasse."

DGVN-Erklärung zum UN-Gipfel in New York über die Millenniums-Entwicklungsziele und zum Engagements Deutschlands in der Entwicklungszusammenarbeit.

Weltkindertag 2010: Schutz von Kindern vor Gewalt

Marta Santos Pais - Foto: DGVNAnlässlich des Weltkindertages am 20. September 2010 ruft die UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder, Marta Santos Pais, dazu auf, den Schutz von Kindern zu verbessern und die Hilfsangebote für gefährdete Kinder auszuweiten. Die weit verbreitete Gewalt gegen Kinder fordere dringendes Handeln, sagte die UN-Sonderbeauftragte bei einem Fachgespräch der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) Mitte September in Berlin. Moderiert wurde das Gespräch von Christoph Strässer, Sprecher der SPD-Arbeitsgruppe für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Mitglied im gleichnamigen Ausschuss des Bundestages. 

UNICEF fordert mehr Hilfe für die ärmsten Kinder

Titelseite des BerichtsMillionen Kinder könnten nach Einschätzung von UNICEF, des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, gerettet werden, wenn die internationale Entwicklungshilfe sich gezielt auf die am stärksten benachteiligten Familien konzentrieren würde. Dies ist Ergebnis des aktuellen Berichts „Fortschritt für Kinder“. Zehn Jahre nach Verabschiedung der Millenniums-Entwicklungsziele zieht das Kinderhilfswerk UNICEF damit eine gemischte Bilanz.

Leitbild

Portal zu Entwicklung - Bevölkerung - Migration

Menschliche Entwicklung heißt, den Menschen in den Mittelpunkt gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung zu stellen. Es geht darum, Menschen mehr Möglichkeiten zu eröffnen, damit sie ihre produktiven und kreativen Fähigkeiten zur Verbesserung ihrer individuellen Lebenschancen entfalten und ein Leben in Freiheit verwirklichen können. Dieses Konzept prägt das Engagement der Vereinten Nationen (UN, VN, UNO) bei der Bekämpfung von Hunger und Armut, bei der Lösung von Bevölkerungs-, Migrations- und Gesundheitsfragen oder bei Weltwirtschaftsthemen.

Menschliche Entwicklung zu stärken ist daher auch Leitmotiv dieses Informationsportals der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) - der unabhängigen, überparteilichen Anlaufstelle für alle in Deutschland, die sich für die Vereinten Nationen interessieren. 

"Menschliche-Entwicklung-staerken.de" will:

  • Aktuelle Herausforderungen zu Fragen von Entwicklung, Weltbevölkerungsentwicklung und Migration präsentieren, Hintergründe und Zusammenhänge beleuchten,

  • Politikkonzepte diskutieren und über das Engagement der Vereinten Nationen informieren,

  • Lehrern, Journalisten und Interessierten anschauliche und gut recherchierte Bildungsmaterialien zur Verfügung stellen,

  • aufzeigen, wie man aktiv werden kann - global, national und bei sich Zuhause.

Impressum

Online-Redaktion: Christina Kamp,  Frank Kürschner-Pelkmann, Ulrich Keller, Dr. Alfredo Märker, V.i.S.d.P. Dr. Beate Wagner, DGVN-Generalsekretärin

Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)

Die Herausgabe der Publiktion wird aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

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