Weltweit Armut zu lindern und die Kluft zwischen armer und reicher Welt zu verringern erfordert enorme Anstrengungen. Ziel ist, menschliche Entwicklung zu verwirklichen - das Konzept ist auch Leitbild dieses Webportals.
Migration sowohl innerhalb einzelner Länder als auch international zuzulassen, kann die menschlichen Freiheiten erweitern und das Leben von Millionen Menschen weltweit zum Besseren wenden, heißt es im
Bericht über die menschliche Entwicklung 2009 (Human Development Report – HDR). Die Ärmsten und Geringqualifizierten könnten durch die Migration am stärksten profitieren. Doch gerade sie sind mit den größten – rechtlichen, finanziellen und gesellschaftlichen – Migrationsbarrieren konfrontiert. Durch mutige Reformen ließe sich dies ändern.
Illustrierte Kurzfassung des Berichts über die menschliche Entwicklung 2009
Überblick über den Bericht über die menschliche Entwicklung 2009
Powerpoint-Präsentation zum UNDP-Bericht 2009
Presse-Informationen zum UNDP-Bericht 2009:
Etwa die Hälfte aller Migranten sind Frauen. Ihr Anteil hat sich in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert. Gerade für Frauen bedeutet Migration oft eine Art von Befreiung und eine Stärkung ihrer Rolle. Sie können ihr Einkommen dadurch deutlich erhöhen und ein besseres Bildungsniveau erreichen. Doch viele Frauen riskieren auch, harte Bedingungen ertragen zu müssen und ausgebeutet zu werden. Trotz aller Widrigkeiten schicken Frauen häufiger und – anteilig an ihrem Einkommen gemessen – mehr Geld in die Heimat als Männer, um für ihre Familien ein besseres Leben aufzubauen.
Fast eine Milliarde Menschen sind Migranten. Jeder siebte Mensch auf dieser Welt verlässt seine Heimat und migriert innerhalb seines Landes oder ins Ausland. Migration hilft den Menschen, ihre Situation zu verbessern, und sie nützt auch den Gesellschaften, sowohl in den Herkunfts- als auch in den Aufenthaltsländern der Migranten. Migration kann eine positive Kraft darstellen und einen wesentlichen Beitrag zur menschlichen Entwicklung leisten.
Migration hat viele Gesichter – positive wie negative. Wir profitieren in vielerlei Hinsicht von der kulturellen Vielfalt in einer globalisierten Welt, haben aber gleichzeitig häufig Angst vor dem Unbekannten, wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen zu einem Teil unseres alltäglichen Lebens werden.
Diesem Medienprojekt geht es um ein breiteres und ausgewogeneres Verständnis von Migration, das einer komplexen Realität angemessen ist. In acht Kapiteln werden mithilfe informativer Texte, Reportagen, Interviews und interaktiver Grafiken die verschiedenen Dimensionen von Migration aufgezeigt und vorgestellt. Wir möchten einen Überblick geben und zum Nachdenken anregen – über die Chancen von Migration, menschliche Entwicklung zu stärken.
Klicken Sie auf die Bilder der jeweiligen Kapitel, um das Medienprojekt zu starten.
Migration ist so alt wie die Menschheit. Das Kapitel zeichnet die Anfänge der Migration nach und zeigt, wie mit der Besiedelung der arabischen Halbinsel durch äquatorialafrikanische Migranten und der späteren „Völkerwanderung“ in Europa Kontakte und Verbindungen zwischen Menschengruppen unterschiedlicher Regionen geschaffen werden und Wissen über verschiedene Lebensräume hinaus weitergegeben werden konnte.
Vor allem die globale Vernetzung der Wirtschaft hat dem Migrationsprozess in den letzten Jahrzehnten eine neue Dynamik verliehen. In fünf Unterkapiteln werden Typen sowie Umfang und Trends von Migration dargestellt. Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Migranten durch die zunehmende Globalisierung? Welche Rolle spielen Frauen und Kinder im Migrationsprozess?
Kann Migration als Alternative zu Entwicklungshilfe betrachtet werden? Inwieweit können Geldüberweisungen von im Ausland lebenden Migranten einen Beitrag zur Entwicklung des Heimatlandes leisten? Wie wahrscheinlich ist ihre Rückkehr in das Herkunftsland und welche Chancen können daraus für die heimische Wirtschaft entstehen?
Flüchtlinge genießen auf der Grundlage der UN-Flüchtlingskonvention von 1951 und den ergänzenden Protokollen von 1967 internationalen Schutz, in welchem Land sie sich auch gerade befinden mögen. In der Realität garantiert der Flüchtlingsstatus jedoch häufig keinen Schutz – Flüchtlinge geraten in kriegerische Auseinandersetzungen, werden selbst in Flüchtlingslagern Opfer von Gewalt oder sind Schlepperbanden ausgeliefert. Die restriktive Einwanderungspolitik der „Festung Europa“ soll zum Schutz der eigenen Sicherheit beitragen, gleichzeitig verschlimmert sie jedoch auf fatale Weise die Situation vieler Flüchtlinge.
Migration trägt zur gesellschaftlichen Verschiedenheit und Vielfalt bei, gleichzeitig beinhaltet sie die Gefahr von Diskriminierung, Marginalisierung und ethnischem Rückzug. Welche Konzepte und praktische Politik können zu einer verbesserten Integration von Migranten und damit zu einem stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen?
Veränderte Umweltbedingungen sind seit Jahrtausenden ein Hauptgrund für die Migration oft großer Bevölkerungsgruppen. Diese Prozesse werden heute durch den Klimawandel und fortschreitende Umweltzerstörung weltweit beschleunigt und führen zu einer steigenden Zahl von „Klimaflüchtlingen“. Wer muss handeln, um dem Klimawandel und der damit verbundenen globalen Ungerechtigkeit zu begegnen?
Grundlage jeder Migrationspolitik muss es sein, dass die Menschenrechte der Migranten garantiert werden. Welche internationalen Menschenrechtsvereinbarungen gibt es und wie werden sie umgesetzt? Wie können Staaten die bestehende Kluft zwischen der eigenen Souveränität und Kooperation mit anderen Staaten zum Schutz von Migranten überwinden? Welche Aufgabe kommt internationalen Organisationen in diesem Zusammenhang zu?
Migrationsfragen müssen, da sind sich internationale Experten und Organisationen einig, stärker in Entwicklungsstrategien für wirtschaftlich ärmere Länder einbezogen werden. Wie können politische Reformen auf diesem Gebiet erreicht werden? Wie kann eine sachliche Debatte über Migration in den Aufnahmeländern gefördert werden, um das Potenzial von Migration zur Geltung kommen zu lassen?