Migration

Fast eine Milliarde Menschen sind Migranten. Jeder siebte Mensch auf dieser Welt verlässt seine Heimat und migriert innerhalb seines Landes oder ins Ausland. Migration hilft den Menschen, ihre Situation zu verbessern, und sie nützt auch den Gesellschaften, sowohl in den Herkunfts- als auch in den Aufenthaltsländern der Migranten. Migration kann eine positive Kraft darstellen und einen wesentlichen Beitrag zur menschlichen Entwicklung leisten.

UN-aktuell | 22.12.2011

Ban Ki-Moon ruft zu Unterzeichnung der Wanderarbeiterkonvention auf

Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten am 18. Dezember hat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon den Großteil der UN-Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, die Wanderarbeiterkonvention zu unterzeichnen. Dies hat bisher nur eine Gruppe von Entwicklungsländern getan, aber kein einziges Land des "Westens" bzw. des "globalen Nordens".

Migration | 06.10.2011

Europa braucht eine „Willkommenskultur“!

Arabischer Aufbruch muss zu einem Umdenken in der Migrationspolitik führen

Die arabische Welt ist im Aufbruch: Eine kluge Migrationspolitik böte große Chancen für Europa, die Zusammenarbeit mit arabischen Ländern zu erneuern - vor allem vor dem Hintergrund der rapiden Alterung unserer Gesellschaften. Doch es fehlt oft an einer positiven Einstellung der Öffentlichkeit und Verwaltungen gegenüber Migranten, wie Experten aus Politik, Wissenschaft und Medien im Rahmen einer von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. und der DAFG –Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e.V. veranstalteten internationalen Konferenz  feststellten. Bei der Tagung zum Thema „Aufbruch in Nordafrika – Durchbruch für eine neue Migrationspolitik?“ kamen auch Vertreter aus der arabischen Welt - im Publikum wie im Podium - zu Wort, um ihre Sicht und ihre Wünsche für die zukünftige Kooperation zwischen Europa und den arabischen Ländern auszudrücken.

Migration | 17.07.2011

Die "blutigen Grenzen" der EU

Migration als Sicherheitsfrage

Freie und demokratische Gesellschaften können sehr "blutige" Grenzen haben. Auf einem Workshop auf dem Global Media Forum der Deutschen Welle im Juni in Bonn machten Politikwissenschaftler deutlich, wie Migration immer stärker als Sicherheitsproblem definiert und wahrgenommen wird und welche Folgen das hat. Das europäische Netzwerk United for Intercultural Action hat seit Ende der 1980er Jahre über 15.000 Todesfälle an den Außengrenzen der Europäischen Union oder in Folge europäischer Abschottungspolitik dokumentiert.* Nachdem 2007 die Frontex-Einsätze verstärkt wurden habe die Zahl der Toten an den Grenzen zugenommen, berichtete Andrea Warnecke vom Bonn International Center for Conversion (BICC). Auch für "vertrauenswürdige Reisende", die die Grenzen problemlos passieren können, bedeutet die neue Entwicklung nicht mehr Freiheit, sondern zunehmende Überwachung.

Migration | 01.07.2011

60 Jahre Europäische Flüchtlingspolitik im Zeichen der Genfer Flüchtlingskonvention

Das Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz stand dieses Jahr im Zeichen des 60. Jahrestages der Genfer Flüchtlingskonvention. Zum elften Mal trafen sich Vertreter aus der deutschen Zivilgesellschaft, darunter Kirchen, Pro Asyl und Amnesty International, um mit Regierungsvertretern und Parlamentariern, internationalen Gästen, Menschenrechtsverteidigern und Migrationsexperten die deutsche und europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik zu reflektieren.

Migration | 23.06.2011

Neue Multimedia-DVD "Migration als Chance"

Bild: DGVNEine neue interaktive DVD, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), macht deutlich, dass Migration die menschliche Entwicklung voranbringen kann. Migrantinnen und Migranten können ihre eigene Situation verbessern und die Migration nützt auch Gesellschaften, sowohl in den Herkunfts- als auch in den Aufenthaltsländern der Migranten. Die DVD "Migration als Chance" basiert auf dem Bericht über die menschliche Entwicklung 2009 und anderen UN-Berichten. Mit animierten Karten und Grafiken, über 200 Fotos, Videos und Interviews werden verschiedene Facetten der Migration anschaulich dargestellt.

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Migration im Überblick - ein interaktives Medienprojekt

Migration - Chance oder Risko? UN Photo/Paul Banks

Migration hat viele Gesichter – positive wie negative. Wir profitieren in vielerlei Hinsicht von der kulturellen Vielfalt in einer globalisierten Welt, haben aber gleichzeitig häufig Angst vor dem Unbekannten, wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen zu einem Teil unseres alltäglichen Lebens werden.

Diesem Medienprojekt geht es um ein breiteres und ausgewogeneres Verständnis von Migration, das einer komplexen Realität angemessen ist. In acht Kapiteln werden mithilfe informativer Texte, Reportagen, Interviews und interaktiver Grafiken die verschiedenen Dimensionen von Migration aufgezeigt und vorgestellt. Wir möchten einen Überblick geben und zum Nachdenken anregen – über die Chancen von Migration, menschliche Entwicklung zu stärken.

Klicken Sie auf die Bilder der jeweiligen Kapitel, um das Medienprojekt zu starten.

1. Migration gab es schon immer

Migration ist so alt wie die Menschheit. Das Kapitel zeichnet die Anfänge der Migration nach und zeigt, wie mit der Besiedelung der arabischen Halbinsel durch äquatorialafrikanische Migranten und der späteren „Völkerwanderung“ in Europa Kontakte und Verbindungen zwischen Menschengruppen unterschiedlicher Regionen geschaffen werden und Wissen über verschiedene Lebensräume hinaus weitergegeben werden konnte.

2. Wer migriert, warum und wohin

Vor allem die globale Vernetzung der Wirtschaft hat dem Migrationsprozess in den letzten Jahrzehnten eine neue Dynamik verliehen. In fünf Unterkapiteln werden Typen sowie Umfang und Trends von Migration dargestellt. Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Migranten durch die zunehmende Globalisierung? Welche Rolle spielen Frauen und Kinder im Migrationsprozess?

Herkunfts- und Zielregionen internationaler Migranten.

3. Wanderung, Wohlstand und Entwicklung

Kann Migration als Alternative zu Entwicklungshilfe betrachtet werden? Inwieweit können Geldüberweisungen von im Ausland lebenden Migranten einen Beitrag zur Entwicklung des Heimatlandes leisten? Wie wahrscheinlich ist ihre Rückkehr in das Herkunftsland und welche Chancen können daraus für die heimische Wirtschaft entstehen?

Geldtransfers von Migranten fließen vorwiegend aus entwickelten Regionen in Entwicklungsregionen.

4. Migration, Konflikte und Sicherheit

Flüchtlinge genießen auf der Grundlage der UN-Flüchtlingskonvention von 1951 und den ergänzenden Protokollen von 1967 internationalen Schutz, in welchem Land sie sich auch gerade befinden mögen. In der Realität garantiert der Flüchtlingsstatus jedoch häufig keinen Schutz – Flüchtlinge geraten in kriegerische Auseinandersetzungen, werden selbst in Flüchtlingslagern Opfer von Gewalt oder sind Schlepperbanden ausgeliefert. Die restriktive Einwanderungspolitik der „Festung Europa“ soll zum Schutz der eigenen Sicherheit beitragen, gleichzeitig verschlimmert sie jedoch auf fatale Weise die Situation vieler Flüchtlinge.

Konflikte als Migrationsursache und UN-Einsätze in Afrika.

5. Integration, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Migration trägt zur gesellschaftlichen Verschiedenheit und Vielfalt bei, gleichzeitig beinhaltet sie die Gefahr von Diskriminierung, Marginalisierung und ethnischem Rückzug. Welche Konzepte und praktische Politik können zu einer verbesserten Integration von Migranten und damit zu einem stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen?

Anteil der Zuwanderer aus Entwicklungsländern in ausgewählten entwickelten Ländern.

6. Klimawandel und Migration

Veränderte Umweltbedingungen sind seit Jahrtausenden ein Hauptgrund für die Migration oft großer Bevölkerungsgruppen. Diese Prozesse werden heute durch den Klimawandel und fortschreitende Umweltzerstörung weltweit beschleunigt und führen zu einer steigenden Zahl von „Klimaflüchtlingen“. Wer muss handeln, um dem Klimawandel und der damit verbundenen globalen Ungerechtigkeit zu begegnen?

Brennpunkte klimabedingter Migration

7. Menschenrechte und globale Steuerung von Flucht und Migration

Grundlage jeder Migrationspolitik muss es sein, dass die Menschenrechte der Migranten garantiert werden. Welche internationalen Menschenrechtsvereinbarungen gibt es und wie werden sie umgesetzt? Wie können Staaten die bestehende Kluft zwischen der eigenen Souveränität und Kooperation mit anderen Staaten zum Schutz von Migranten überwinden? Welche Aufgabe kommt internationalen Organisationen in diesem Zusammenhang zu?

8. Fazit: Migrationspolitik, Mobilität und Entwicklung

Migrationsfragen müssen, da sind sich internationale Experten und Organisationen einig, stärker in Entwicklungsstrategien für wirtschaftlich ärmere Länder einbezogen werden. Wie können politische Reformen auf diesem Gebiet erreicht werden? Wie kann eine sachliche Debatte über Migration in den Aufnahmeländern gefördert werden, um das Potenzial von Migration zur Geltung kommen zu lassen?